Dunkelfeldmikroskopie

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Dunkelfeldmikroskop

Die Dunkelfeldmikroskopie ist eine besonderes lichtmikroskopisches Verfahren zur Untersuchung sehr kleiner Objekte. Sie spielt in Biologie und Medizin aufgrund bestimmter Nachteile eher ein Randdasein, ist jedoch in der Alternativmedizin ein häufig verwandtes Verfahren mit oftmals eigentümlichen Interpretationen der gemachten Aufnahmen.

Üblicherweise wird beim Mikroskopieren mit einem Lichtmikroskop eine Lichtquelle unter dem Objektträger mit dem zu untersuchenden Objekt platziert (Durchlicht-Mikroskopie), und es wird sodann das Licht betrachtet das den Untersuchungsgegenstand passiert. Daneben gibt es jedoch einige weitere lichtmikroskopische Verfahren wie die Dunkelfeldmikroskopie oder die Phasenkontrastmikroskopie um die wichtigsten weiteren Verfahren zu nennen.

Dunkelfeldmikroskopie

Bei dieser Variante der Lichtmikroskopie können mit Hilfe speziell ausgestatteter Mikroskope (Dunkelfeldmikroskop) insbesondere durchsichtige und kontrastarme Objekte ohne vorherige Färbung untersucht werden. Untersuchte lebende Mikroorganismen oder Gewebe müssen nicht fixiert werden und können unter dem Mikroskop noch eine kurze Zeit lang weiterleben. Dies ist bei Durchlicht-Beleuchtung nur selten möglich.

Bei der Dunkelfeldmikroskopie wird das von der Lichtquelle des Mikroskops kommende Licht am Objektiv vorbei geleitet und erreicht nie direkt das Objektiv. Nur Licht, das durch die Präparate im Strahlengang gestreut wird (Tyndall-Effekt), gelangt in das Objektiv und erzeugt dort ein Bild mit hellen Strukturen auf dunklem Untergrund. In diesem Bild sind damit allerdings fast immer nur die äußeren Konturen der Objekte im Präparat, jedoch keine oder nur wenig innere Strukturen wie zum Beispiel zelluläre Bestandteile erkennbar. Dies ist ein klarer Nachteil des Verfahrens.

Normale Durchlichtmikroskope können mit Hilfe einer zusätzlichen Zentralblende auch für Dunkelfelduntersuchungen genutzt werden. Alternativ kann, vor allem in speziellen Dunkelfeldmikroskopen, ein Dunkelfeld-Kondensor genutzt werden. Dieser führt das von der Lichtquelle des Mikroskops kommende Licht durch Reflexion an speziellen Spiegeln kegelmantelförmig am Objektiv vorbei. Dabei wird in der Regel ein stark konvex gewölbter Spiegel in Kombination mit einem Spiegel in Form eines Kegelstumpfes verwendet.

Anwendungen der Dunkelfeldmikroskopie

Die Dunkelfeldmikroskopie ist in der Biologie und Medizin nur für einige spezielle Anwendungen von Bedeutung. Mit ihr lassen sich zum Beispiel durchsichtige Wasserkleinstlebewesen (Plankton) beobachten. Des Weiteren wird dieses Verfahren für den mikroskopischen Nachweis einiger Krankheitserreger in der klinischen Mikrobiologie und zum Betrachten von Chromosomen in der Genetik genutzt. Von wesentlich größerer Relevanz in der Biologie und Medizin ist die vom Prinzip her verwandte Phasenkontrastmikroskopie.

Dunkelfeldmikroskopie in der Alternativmedizin

Die Dunkelfeldmikroskopie spielt in der Alternativmedizin eine Rolle als Diagnoseverfahren zur Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein (Günther Enderlein). Dieses Verfahren ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Eine wissenschaftliche Studie zur Erkennung von Krebs durch die Dunkelfeldmikroskopie erbrachte im Jahre 2005 keinen Nachweis für deren Eignung.

Ein weiterer alternativmedizinischer Bluttest, der mittels Dunkelfeldmikroskopie durchgeführt wird, ist die Dunkelfeld Blutdiagnostik nach von Brehmer. Diese geht auf den Pharmakologen Wilhelm von Brehmer zurück und wird zur Früherkennung von Krebserkrankungen eingesetzt. Ein Nachweis der Eignung fehlt jedoch auch hier. Bei diesem Bluttest wird nach der Bakterie Propionibacterium acnes (alias Siphonospora p.) gesucht, der ein typischer Bestandteil der Hautflora ist, und im Rahmen der Blutabnahme leicht den Ausstrich verkeimen kann.

Literatur

  • Samer El-Safadi, Hans-Rudolf Tinneberg, Friedel Brück, Richard von Georgi, Karsten Münstedt: Erlaubt die Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein die Diagnose von Krebs? Eine prospektive Studie. In: Forschende Komplementarmedizin und Klassische Naturheilkunde/Research in Complementary and Classical Natural Medicine. 12, 2005, S. 148–151 (doi:10.1159/000085212).