Deutsche Wirtschafts Nachrichten

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Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten (DWN) sind seit 2011 ein werbe- und abonnentenfinanziertes Nischenmedien-Projekt des österreichischen Journalisten und Unternehmers Michael Maier (geb. 21. März 1958, Klagenfurt). Das EU-kritische[1] und truthernahe Projekt erscheint in Blogform im Internet. Die DWN sind nach eigenen Angaben das Hauptprodukt der Firma BF Blogform Social Media GmbH,[2] deren Geschäftsführer Michael Maier ist. Weitere ähnliche Blogs der BF Blogform Social Media GmbH sind Deutsche Mittelstands Nachrichten, Deutsche Gesundheits Nachrichten, Deutsch Türkische Nachrichten und Deutsch Russische Nachrichten, aber auch Readers Edition.[3]

Im Februar 2015 übernahm die Bonnier Business Press des schwedischen Medienunternehmens Bonnier mit 51 Prozent den Mehrheitsanteil an den DWN. 49 Prozent hält die in Berlin ansässige Blogform Verlags Gesellschaft mbH.

Ein Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia über die DWN wurde inzwischen gelöscht (Stand März 2015).

Themen

Beispiel für tendenziösen Stil in den DWN[4]

In den DWN finden sich Artikel, die in panikmachender Art von verschiedenen Ereignissen berichten, wie die Schlagzeile "Sturmwarnung in Fukushima – Die größte Krise der Menschheit droht". Verschwörungstheorien und EU-Kritik, die derzeit im Internet zirkulieren, sind ebenfalls Thema der DWN. So ist beispielsweise von den DWN zu erfahren, dass in einem Stadtteil von Stockholm das Bargeld abgeschafft worden sei, oder dass die EU plane, Saatgut für den privaten Anbau im eigenen Garten bei Strafe zu verbieten[4] - eine Falschmeldung, wie die Berliner taz herausfand.[5]

Artikel aus dem Gesundheitsbereich (Beispiel: "Heilende Tropenfrucht ist wirksamer als Chemotherapie") berufen sich auf einseitig recherchierte Quellen.[6]

Die DWN reihen sich auch in die Reihe der Wikipedia-kritischen Internetprojekte ein.[7] Das Prinzip der Artikelentstehung bei der Wikipedia auf Basis erkennbarer, zitierbarer und reputabler Quellen ist mit dem eigenen Projekt DWN mit seiner häufig fragwürdigen Quellenlage eigener Artikel, Meldungen und der Meinungsmache tatsächlich nicht vereinbar.

Einerseits wird Kernenergie zur Panikmache benutzt, andererseits wurde auch unkritisch über ein mit Thorium angetriebenes "Automobil der Zukunft" berichtet.[8]

Manipulative Sprache

Neben reißerischen Schlagzeilen werden innerhalb mancher Artikel bestimmte Buzzworte durch Fettdruck hervorgehoben, die beim Leser bestimmte Zusammenhänge zwischen diesen Begriffen suggerieren.[9] Die Sprache der Artikel ist zudem von Angstmache und Alarmismus geprägt.

Kritik

Der deutsche Journalist Johannes Hano warf den DWN einen "alarmistischen Ton" im Zusammenhang mit der Atomkatastrophe von Fukushima vor.[10]

Auch Fefes Blog und Misha Anouk begründen anhand einer Vielzahl unterschiedlicher Beispiele ihre Einschätzung des „unseriösen“, „tendenziösen“ Journalismus.[11][12] Das TV-Magazin Elektrischer Reporter stellte die DWN im April 2014 in einem eigenen Beitrag als Beispiel für eine neue Art von Onlinemedien vor, deren Hauptprodukte gemäß Moderator Mario Sixtus „leider oft Lautstärke, Aufregung und fragwürdige Fakten“ seien. Im Beitrag bezeichnete der Journalismusforscher Stephan Weichert Provokation als das Grundkonzept der DWN, die auf diesem Weg vor allem eine gegen die Europäische Union gerichtete politische Haltung verbreiten.[13] Markus Beckedahl charakterisierte DWN auf netzpolitik.org als „Medienhysterie als Geschäftsmodell“ und befand, sie seien „der Kopp-Verlag für ‚irgendwas mit Medien‘“.[14]

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise